Mein Leben, das Chaos & Ich.

Angststörungen

Eigentlich sind Ängste ja gut. Sie bewahren uns vor möglichen Gefahren, wie von einem zu hohem Baum fallen, leichtsinnig Berge erklimmen wollen oder einfach ins Feuer gehen. Aber die Ängste können einen auch lähmen. Von Sachen abhalten, die gar nicht gefährlich sind wie Freunde treffen, Konzerte besuchen oder mit dem Flugzeug zu fliegen. Diese Störung sorgt auch dafür, dass man gewisse Emotionen nicht mehr wirklich kontrollieren kann und somit aus dem Ruder läuft. 

- Wie äußert sich so eine Angststörung?

Man kennt es: es wird alles gemieden was einem Angst macht. Ich meide z.B. Fahrstuhl fahren. Warum? Weil ich schon einmal im Fahrstuhl stecken geblieben bin und ich richtig Angst bekommen habe, seitdem traue ich keinem Fahrstuhl mehr. Viele schotten sich dann auch von ihren Freunden ab, weil sie sich 1. unverstanden fühlen, 2. bedenken zu haben, dass man einen auslachen könnte oder 3. allein sein wollen. 
Betroffene sprechen mit anderen Betroffenen gerne über ihre somatischen Erkrankungen wie Schlafstörungen oder Schmerzen, die mit der Angst einhergehen anstelle über dem eigentlichem Feind: der Angst. Ich meine, wer gibt denn auch gerne zu, dass man vor gewissen Dingen Angst hat? Selbst mir fällt das teilweise sehr schwer. Auch ist manchen Betroffenen durchaus bewusst, dass diese "Angst" in diesem Moment komplett übertrieben ist, aber das merkt man erst, wenn sich die Lage beruhigt hat und darüber nachdenkt, weshalb man Angst hatte. Ist aber nicht immer so. 

- Mögliche körperliche Symptome

  • Schweißausbrüche
  • Herzrasen
  • Zittern
  • Rötungen an der Haut
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Harn- und Darmdrang
  • Muskelverspannungen
  • Druck bzw. enge in der Brustgegend
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Nervosität 
  • Erschöpfung nach ständiger Angst
   
              

- Sozialphobien (Arten & Formen sozialer Angst)

  • Skopophobie ( Angst, angestarrt zu werden)
  • Angst in der Öffentlichkeit zu schwitzen (Hyperhidrose Phobie)
  • Angst vor Blickkontakt
  • Enochlophobie (Angst vor Menschenmassen)
  • Anthropophobie (Menschenscheu)
  • Gelotophobie (Angst ausgelacht zu werden)
  • Gynophobie (Angst vor Frauen)
  • Androphobie (Angst vor Männern)
  • Ergophobie (Ponophobie, Arbeitsplatzphobie, Angst vor dem Arbeitsumfeld)
  • Arztphobie (Iatrophobie)
  • Zahnarztphobie
  • Zahnbehandlungsphobie (Dentophobie, Dentalphobie, Oralphobie)
  • Paruresis (schüchterne Blase, Angst auf öffentlichen Toiletten zu gehen)
  • Parcopresis (schüchtener Darm, ANgst auf öffentlichen Toiletten zu gehen)
  • selektiver Mutismus ( bei Kindern & Jugendlichen)
  • Lampenfieber/Redeangst (Logophobie, Glossophobie)
  • Prüfungsangst
  • Schulangst (bei Kindern & Jugendlichen)
  • Sozialphobische Brechangst 
  • Emetophobie (Angst zu erbrechen)
  • Arachnophobie (Angst vor Spinnen)
  • Ophidiophobie (Angst vor Schlangen)
  • Kynophobie (Angst vor Hunde)
  • Ailurophobie (Angst vor Katzen)
  • Entomophobie (Angst vor Insekten)
  • Apiphobie/Melissophobie (Angst vor Bienen)
  • Ornithophobie (Angst vor Vögel)
  • Musophobie (Angst vor Mäusen/Ratten)
  • Zoophobie (Angst vor Tieren allgemein)
  • Akrophobie (Höhenangst)
  • Klaustrophobie (Angst vor enge Räume)
  • Aerophobie/Aviophobie (Angst vor Fliegen)
  • Erythrophobie (Angst zu erröten)
  • Aquaphobie (Angst vor Wasser)
  • Thalassophobie (Angst vor ein tiefes/offenes Meer)
  • Astraphobie (Angst vor Gewitter, Blitz und Donner)
  • Nyktophobie (Angst vor Dunkelheit)
  • Pyrophobie (Angst vor Feuer)
  • Hämophobie (Angst vor Blut)
  • Trypanophobie (Angst vor Spritzen/Nadeln)
  • Nosophobie (Angst vor Krankheiten)
  • Tokophobie (Angst vor Schwangerschaft/Geburt)
  • Algophobie (Angst vor Schmerzen)
  • Thanatophobie (Angst vor Tod/Sterben)
  • Mysophobie/Germophobie (Angst vor Keime, Schmutz, Kontamination)
  • Haphephobie (Angst vor Berührungen)
  • Amaxophobie (Angst vor dem Autofahren)
  • Gephyrophobie (Angst vor Brücken)
  • Elevatorphobie (Angst vor Aufzügen)
  • Chronophobie (Angst vor der Zeit/Vergehen der Zeit)
  • Monophobie/Autophobie (Angst vor dem allein sein)
  • Megalophobie (Angst vor großen Gegenständen)
  • Coulrophobie (Angst vor Clowns)
  • Pediophobie (Angst vor Puppen)
  • Automatonophobie (Angst vor menschenähnlichen Figuren, Wachsfiguren)

‼️Wichtig: Viele Phobien sind keine offiziellen anerkannten eigenständigen psychische Erkrankungen. Klinisch werden sie meistens als spezifische Phobie eingeordnet. ‼️

- Diagnose

Festgestellt kann es bei einem Psychotherapeuten werden. Der durch gezielte Fragen und tiefgreifenden Gesprächen feststellen kann, ob und wie weit man an einer Angststörung leidet. 

- Behandlung einer Angststörung

Dafür gibt es Therapiesitzungen dazu die Behandlungen mit Medikamenten, aber auch zusätzliche Maßnahmen wie Sport, Entspannungsmethoden können hilfreich sein. Da die Angststörung behandelbar ist, kann man verschiedene Methoden für sich ausprobieren zB: 

  • Atemübungen
  • Gefühle einordnen
  • Selbstgespräche führen (klingt erstmal "lustig", aber hat einen beruhigenden Effekt für das Nervensystem
  • beruhigende Musik
  • Wasser trinken
  • Bewegung
  • Ablenkung, Umgebung beobachten